Speedruns und wie sie meine Sicht auf Spiele verändert haben!

Ich liebe Videospiele und ich liebe es Profis bei der Arbeit zuzuschauen. Aus diesem Grund bin ich eSport-Redakteur geworden. Aber auch neben dem eSport gibt es im Gaming noch einige Bereiche, die eine Art Profis herausbringen: Speedruns. Ich weiß schon gar nicht mehr, wann ich meinen ersten Speedrun gesehen habe, aber was ich noch weiß: Ich war unheimlich geflashed. Wie oft habe ich schon selbst Super Mario 64 und The Legend of Zelda: Ocarina of Time gespielt, aber die Speedruns öffneten meine Augen.

Ich war fasziniert, wie die Profis Spiele aus ganz anderen Blickwinkeln betrachten. Nicht nur beherrschen sie das Movement und Gameplay innerhalb des Spiels perfekt, sie kennen Gespräche auswendig und kennen das Spiel besser als die meisten Komplettlösungen. Dazu kommt noch dieser unbändige Wille Fehler im Game zu finden, die verschiedene Glitches ermöglichen.

Mittlerweile gibt es zu jedem besseren, aber auch schlechten Spiel einen Speedrun – mein Highlight ist und bleibt aber The Legend of Zelda: Wind Waker. Natürlich kennt fast jeder das Spiel und viele mögen es auch (irgendwie mag doch jeder Link und Zelda, oder?), aber wenige verstehen warum es mein Highlight ist.

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In meinem ersten Studium in Karlsruhe hatte ich keinen TV-Anschluss und wusste auch so oft nichts mit meiner Zeit anzufangen. Meine Lieblingsstreamer auf Twitch waren zu der Zeit jegliche Speedrunner, besonders cosmowright (mittlerweile eher unter dem Namen Narcissa bekannt) und Siglemic. Während Siglemic als „Wunderkind“ der Super-Mario-64-Szene galt und als einziger mit den asiatischen Speedrunnern mithalten konnte, spezialisierte sich cosmowright auf Zelda-Spiele. Majorask Mask und Ocarina of Time waren hier natürlich die klaren Favoriten.

Mit der Zeit wuchs aber auch das Interesse andere Zelda-Spiele ins kleinste Detail zu erforschen und ihre Mechanik zu brechen, um das Spiel möglichst schnell zu beenden. Ich konnte damals verfolgen wie Wind Waker angefangen bei Speedruns von 12 h (ja, ich habe sie wirklich komplett gesehen und mitgefiebert) auf 4-5h Stunden gekürzt wurde. Während das Spiel anfangs ziemlich zufallsbasiert war und das Boot noch eine riesige Rolle einnahm, konzentrieren sich die Speedrunner nun auf verschiedene Glitches, die den Run massiv verkürzen. Die meisten dieser Fehler, die sie ausnutzen sind nicht so interessant, aber ich war dabei! Wo war ich dabei? Ich habe gesehen, wie neue Glitches gefunden wurden und wochenlang getestet wurden bis sie selbstverständlich von jedem genutzt wurden – das einfach hervorragend.

Jeder der sich auch nur grob mit Speedruns beschäftigt, kommt wohl an zwei Großevents nicht vorbei: Awesome Games Done Quick (AGDQ) und Summer Games Done Quick (SGDQ). Als ich damals angefangen habe, waren es noch relativ kleine Events, die zum Teil sogar durch Mitinitiatoren von zu Hause veranstaltet wurden. Die Einnahmen der Events, die an Hilfsorganisationen gespendet werden, waren relativ klein. Mittlerweile füllen sie große Hallen und nehmen einen echt großen Betrag an Spenden ein, wenn man bedenkt, dass es einfach nur Nerds sind, die Videospiele schnellstmöglich durchspielen.

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Irgendwie fehlt mir zwar der familiäre Charakter, aber andererseits hat sich auch vieles Positives getan. Die Auswahl der Speedrunner wird größer, neue Routen und Tricks kommen schneller ans Tageslicht und es werden immer wieder neue Spiele durchgespielt, die sonst nicht so eine große Bühne bekommen.

Im Moment könnte ich euch keinen Speedrunner nennen, den ich favorisiere, es sind einfach zu viele geworden. Wer sich für Speedruns interessiert oder interessieren will, wird vom 3.07 bis zum 09. wieder unheimlich viel Spaß haben. Falls ihr es noch nicht kennt, schaut einfach vorbei! Ach, und bevor ich es vergesse: KILL THE ANIMALS!