Ein Plädoyer für mehr Couch-Koop-Spiele

Gemeinsam ist besser als einsam. Oder so.

Mit einem Videospiel-Fanatiker an seiner Seite hat man es manchmal nicht leicht. Als Freundin will ich der Sucht natürlich nicht im Weg stehen, möchte aber nicht jeden Abend gegen „Rocket League“ und Co verlieren. Für dieses Problem gibt es eine einfache Lösung: Nämlich gemeinsam der Sucht verfallen und bequemt zu weit auf der Couch zocken. (Das funktioniert natürlich nicht nur als Pärchen, sondern bietet sich auch phantastisch für Übernachtungs-Parties mit Freunden an. Wenn ihr auch die nicht habt, bitte nicht weiterlesen – Mondsmiley.)

Am besten eignen sich meiner Meinung nach Spiele mit Filmcharakter, wie zum Beispiel die „Tomb Raider“- oder die „Uncharted“-Reihe. Am allerliebsten zocke ich persönlich aber „The Walking Dead“ von Telltale. Dabei vertieft man sich zusammen in die packende Story und diskutiert über die möglichen Entscheidungen, die dann den weiteren Verlauf beeinflussen. Wenn ihr die Reihe noch nicht gespielt habt, TUT DAS JETZT! Nichtsdestotrotz: Die Entscheidung trägt letztendlich derjenige, der den Controller in der Hand hat. Das führt nicht nur zu einem gelegentlichen empörten Kissen-Wurf oder einem kleinen Beziehungsstreit, sondern ist auch nicht wirklich ein gemeinsames Zocken.

Tricky Towers

Her muss also ein Koop-Spiel. Aber das ist leichter gesagt, als getan. Nicht jeder hat den Luxus, zwei Konsolen mit zwei Monitoren im Wohnzimmer stehen zu haben. Also braucht es ein Koop-Spiel im klassischen Sinne. Kleine Titel gibt es da zur Genüge: Von „Tetris“, über das „moderne Tetris“ wie etwa bei „Tricky Towers“ oder ähnlichem – für das gelegentliche Zwischendurch. Natürlich geht auch „Fifa“ oder „Rocket League“, aber zum ersten bin ich da mit meiner Abneigung typisch Frau, habe keine Lust auf Internet-Deppen und ich bevorzuge Spiele mit einer schönen Story. Also nein, auch solche Tower-Verteidiger finde ich blöd.

Die Liste an „großen“ Titeln ist also (LEIDER!) relativ kurz. Bis zum Erbrechen und mit beinahe allen Figuren gezockt haben wir „Diablo III“. Kritiker könnten jetzt vielleicht argumentieren, dass das doch eigentlich ähnlich funktioniert wie ein TowerDefense-Ding. Aber nein. Einfach nein. Es gibt so viel mehr Möglichkeiten! Und eine Story (Sonnesmiley). In und auswendig können wir auch „Borderlands II“ – ein unfassbar geiles Spiel, sowohl was die Story, als auch den Humor und die Charaktere angeht. Bunt, aber nicht kitschig; an Figuren für jeden was dabei. Dabei gibt es niemanden, der so cool ist wie Claptrap – KAUFBEFEHL! Da kann man ordentlich Zeit reinstecken. Etwas weniger frisst „Trine“, trotzdem ein nettes Ding. Und für die fortgeschrittenen Paare unter euch ist auch „Rayman Legends“ eine Empfehlung. Da geht’s um perfekte Absprache, Timing und gute Nerven, sonst können auch da Beziehungen zerbrechen.

Rayman Legends

So. und dann hörts schon fast auf. Klar sind das nicht alle Titel auf dem Markt, aber für mich die Schönsten. Und es muss ja auch für beide Koop-Parts irgendwie passen. Das gemeinsame Zocken macht auf alle Fälle mega viel Spaß und ist eine gute Alternative zu kitschigen Dates, Filmabenden oder getrennten Nächten, weil man sich auf nichts einigen kann. Warum also ist da der Markt so klein? Jetzt kommt mir bitte nicht mit den typischen Nerd-Vorurteilen von wegen allein oder LAN mit eigenem PC / eigener Konsol, etc. Es gibt die Lücke, also stopft sie!