Die Faszination am eSport

Als Gamer kann man dem Thema mittlerweile nicht mehr aus dem Weg gehen, denn der eSport wächst und wächst. Aber was ist eigentlich dieser eSport und warum scheint der Bereich ständig zu wachsen?

Im elektronischen Sport haben professionelle Spieler (ja, man kann damit wirklich Geld verdienen) die Chance in Spielen wie League of Legends (kurz LoL), Counter-Strike, oder Dota 2

gegeneinander anzutreten, um zu beweisen wer der bessere Spieler, bzw. das bessere Team ist.

Zwar gab es vorher schon bekannte Weltmeisterschaften, wie die von Nintendo, aber so richtig angefangen hat es erst mit dem Internet und den Netz werken. Endlich hatte man die Chance auf LAN oder im Internet gegen Konkurrenten aus der ganzen Welt anzutreten!

Mitte der 90er waren aber noch nicht Mobas und Strategiespiele, die großen eSport-Titel, sondern Doom und Quake – Ego-Shooter, die noch heute mit ihrer atemberaubenden Geschwindigkeit überzeugen können.

Mit Starcraft kam Ende der 90er das erste große Echtzeit-Strategiespiel in die Reihen des eSports. Das Spiel veränderte den eSport maßgeblich, denn vor allem in Südkorea erfreute es sich größter Beliebtheit. Richtig, das Land, das wie kein anderes für eSport steht.

Mit der Gründung des ersten Dachverbandes für den elektronischen Sport setzte Südkorea einen ersten Meilenstein. Stars aus StarCraft II werden in dem Land wie Fußball- oder Popstars gefeiert – diesen Status können eSportler woanders noch nicht erleben, aber das könnte sich bald ändern.

Wenn man sich die drei großen Titel LoL, CS und Dota anschaut, erkennt man das Momentum, welches im eSport steckt. Allein in Dota werden jährlich Preisgelder ausgespielt von denen olympische Nischen-Sportler nur träumen können. Das „The International“ hatte im letzten Jahr einen Preispool von über 18 Millionen US-Dollar (von so viel Geld höre ich sonst nur, wenn mal wieder ein Star Steuern hinterzogen hat).

Aber wieso wächst der eSport in den letzten Jahren so extrem? Ich mein, was ist interessant daran ein paar jungen Männern dabei zuzuschauen, wie sie ein und dasselbe Spiel stundenlang spielen? (Hier ’ne Explosion mehr, da ein Tod umsonst – im Grunde ist es doch immer gleich, oder?)

Facebook hat den Social-Media-Bereich vollständig revolutioniert (auch wenn Menschen wie Che Guevara, Jean Paul Marat, Garibaldi oder Ähnliche sich im Grab umdrehen, wenn ich Facebook mit Revolution in Verbindung bringe) und genauso hat Twitch den eSport und die Zuschauer-Mentalität verändert.

Seit dem sich Twitch (früher Justin.tv) auf eSport, Let’s Plays und Speedrun konzentriert, hat sich dieser gewaltig verändert. An jeder Ecke finden wir jetzt Streamer die Spiele von My Little Pony bis Super Mario 64 spielen und eine Menge Zuschauer. Das hatte auch riesige Vorteile für den eSport:

Während man früher relativ tief in der Szene verwurzelt sein musste, um die verschiedenen Streams und GOTVs zu finden, muss man nun nur noch auf Twitch gehen und das gewünschte Spiel suchen – es ist viel benutzerfreundlicher geworden.

Esport hat durch Twitch das erreicht, worauf der „Sport“ mehr als ein Jahrzehnt gewartet hat, denn nun wird die Anzahl der Casual-Zuschauer größer. Es ist nicht mehr nur die kleine eingeschworene Gemeinschaft, die spielt und zuschaut, sondern jeder Gamer hat nun Berührungspunkte zum eSport.

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(Luminosity Gaming, besser bekannt als LG konnte als erstes nicht-europäisches Team ein CS-Major gewinnen!)

Das führt dazu, dass viel mehr talentierte Spieler zu den Spielen finden und diese auch professionalisieren. Brasilien, Korea, Indien, Australien, Russland, China, Europa, Afrika, Nordamerika auf jedem Kontinent der Welt (die Antarktis können wir wohl ausschließen) und in den meisten Ländern gibt es mittlerweile Profi-Teams im eSport.

Der eSport ist mittlerweile so groß geworden, dass sogar mit Pro7Maxx ein deutscher Sender auf den Plan gerufen wurde, der ab Juni Counter-Strike im TV zeigen wird. (Keine Animes mitten der Nacht, sondern eSport! Hat doch auch was, oder?)

Man kann nur erahnen was noch alles passieren wird und wer weiß: Vielleicht himmeln unsere Kinder irgendwann keine Fußballspieler wie Schweinsteiger, Ronaldo oder Beckham an, sondern die besten Dota-Spieler der Welt? Unmöglich ist das nun nicht mehr..